NL Rück, I, C-0327d

Hartmann dankt Rück für die beiden Briefe vom 19. und 23. Juli 1940. Wird Rück der Einfachheit halber die Kopien von Berlin, Kat. Nr. 661 und 662 zusenden, damit Rück diese nachbauen lassen kann. Erbittet die Zusendung der Pipa MIR1392 zur Reparatur. Das Berliner Vergleichsobjekt ist sehr viel einfacher gebaut, vermutlich ein Bauern- oder Kinderinstrument.

Die Berliner Sammlung hat eine spielfähige Flötenuhr mit drei Registern (1 gedecktes, 1 offenes und 1 Quinte) auf Schleifladen mit zwei Walzen zu je acht Stücken erworben. Korrigiert im neuen Sammlungsführer zu Raum 9, dass der Wiener Hammerflügel von Schweighofer & Promberger (nicht Frommberger) gebaut wurde.

Hartmann hat für die Berliner Sammlung eine Kopie des zweimanualigen Cembalos von Andreas Ruckers, Kat. Nr. 2230, abgeschlossen. Kasten, Resonanzboden und Gestell sind kopiert, Docken, Rechen und Züge hingegen "sind Modernisiert und Schiebekoppel ist dazu gemacht."

Hartmann und sein junger Kollege reparieren schrittweise die historischen Tasteninstrumente, "es wird aber hierbei alles protokolliert und Aufnahmen von allen Einzelheiten gemacht, damit jeder sehen kann wie das Instrument innen und außen ausgehen hat, wie der Kasten innen beschaffen ist, ob Spreizen oder nur Ecken eingebaut sind, oder wie der Resonanzboden von unten aussieht, ob Rippen und wie und wo, Abbindungsstärke oder sonst etwas vorhanden ist. Das könnte eine Vorarbeit sein für jenen der den Klavierbau beschreiben will von seinen Anfängen bis etwa 1830-40. Vielleicht macht es mein junger Kollege."

Das Berliner Museum hat inzwischen als Leihgabe das Cembalo der Berliner Singakademie erhalten. 2 Manuale, 2 mal 8', ein 4', Schiebekoppel, Frontzüge, "die Beine vom Gestell sind durch vierkantige schlechte Eichenbeine ersetzt worden. Auf dem Resonanzboden steht die Tinteninschrift: O. H. Oesterlein, Berlin 1772". [nach Kielklaviere 1991, S. 93: O. C. Oesterlein, Berlin 1792] Das Instrument wurde schlecht gelagert und hat einige Schäden, Hartmann wird es ausstellungsfähig und spielbar machen.

Absender/Urheber Person
Empfänger Person
Datum
1940,07,26
Schreibort
Berlin-Steglitz
Erwähnte Objekte
Pipa (Querriegel-Schalenlaute)
erwähnt als
Restaurierung
Gerader Zink
erwähnt als
Nachbau
Rohrzink (Gerader Zink?)
erwähnt als
Nachbau
Cembalo zweimanualig
Tasteninstrumente
erwähnt als
Nachbau
Cembalo, zweimanualig
Tasteninstrumente
erwähnt als
Neuerwerbung
erwähnte Institutionen
erwähnte Ereignisse
Typ des Ereignisses
Restaurierungsethik
Involviertes Objekt
Cembalo zweimanualig
Involvierte Person
Berlin
1940,07